Der Fachkräftemangel stellt Unternehmen und Personaldienstleister vor immer neue Herausforderungen. Florian Hüsers, Niederlassungsleiter bei der KID GmbH in Lingen, bringt seit rund 15 Jahren Unternehmen und Bewerber zusammen, unter anderem durch seine langjährige Erfahrung im Konzern Randstad Deutschland. Im Interview spricht er darüber, wie sich der Markt verändert hat, worauf es bei guter Personalarbeit wirklich ankommt und welche Rolle Künstliche Intelligenz künftig im Personalgeschäft spielen wird.
Verantwortung als Niederlassungsleiter
Als Niederlassungsleiter bei der KID GmbH ist Florian Hüsers dafür verantwortlich, Unternehmen und Bewerber zusammenzubringen. Dabei geht es ihm nicht nur darum, offene Stellen zu besetzen, sondern langfristige Lösungen zu finden, von denen beide Seiten profitieren.
Im Vertrieb ist man einer von vielen, sagt Hüsers. Deshalb müsse man Kunden nicht nur von der eigenen Dienstleistung überzeugen, sondern vor allem von sich selbst. Er stehe für eine verlässliche, ehrliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit und setze sich mit voller Überzeugung für seine Kunden und Mitarbeiter ein.
Fachkräftemangel verändert den Markt
Vor 20 Jahren ging es laut Hüsers häufig darum, kurzfristig Personal zu einem möglichst günstigen Preis zu bekommen. Das Angebot an Bewerbern sei damals deutlich größer gewesen, sowohl quantitativ als auch qualitativ.
Heute sei der Markt ein anderer. Gute Fachkräfte seien knapp und die Anforderungen deutlich komplexer geworden. Deshalb entscheide heute oft nicht mehr der günstigste Anbieter, sondern der Personaldienstleister, der das Unternehmen, seine Abläufe und die Anforderungen wirklich verstehe.
Recruiting und Arbeitgeberattraktivität heute
Bewerber fragen laut Hüsers schon seit einiger Zeit ganz gezielt nach bestimmten Unternehmen oder Arbeitsplätzen. Deshalb spiele die Arbeitgeberattraktivität heute auch in der Zeitarbeit eine entscheidende Rolle.
Das Angebot an Stellenanzeigen sei riesig. Unternehmen müssten sich deshalb bewusst überlegen, welche Recruitingkanäle sie nutzen und wie sie sich dort präsentieren. Am Ende sei erfolgreiches Recruiting immer das Zusammenspiel vieler Faktoren, erst wenn alles zusammenpasse, entstehe ein gutes Matching.
Was einen guten Dienstleister ausmacht
Hüsers hat rund 15 Jahre im Konzern Randstad Deutschland gearbeitet und dabei schnell festgestellt, dass nicht der Name eines Personaldienstleisters oder die Arbeitgebermarke über den Erfolg entscheidet.
Am Ende seien es immer die Menschen und die Teams dahinter. Werte wie Empathie, aktives Zuhören, klare Kommunikation, Leistungsbereitschaft, Kreativität, ein ausgeprägter Antrieb, Dinge voranzubringen, und auch eine gute Portion Humor machten für ihn den Unterschied. Mit dieser Einstellung habe er gemeinsam mit seinen Teams über viele Jahre hinweg sehr gute Erfahrungen gemacht.
Persönlicher Kontakt bleibt entscheidend
Für Hüsers gibt es nichts Wertvolleres als den persönlichen Kontakt. Deshalb nutzt er nahezu jede Gelegenheit, Kunden vor Ort zu besuchen und sich mit ihnen auszutauschen.
Er begleitet Kandidaten regelmäßig zu Vorstellungsgesprächen und lernt dadurch jedes Mal etwas Neues über die Unternehmen. So versteht er ihre Abläufe und Anforderungen immer besser. Erst kürzlich habe ihm ein Kunde genau das wieder als großes Plus zurückgemeldet, was ihn darin bestätige, dass persönlicher Einsatz nach wie vor geschätzt werde.
Typische Fehler in der Zusammenarbeit
Manche Unternehmen glauben laut Hüsers noch immer, sie könnten freitags anrufen und montags 20 passende Mitarbeiter erwarten. So funktioniere nachhaltige Personalarbeit heute nicht mehr.
Eine gute Stellenbesetzung brauche Transparenz, Zeit und einen offenen Austausch. Arbeit habe für die meisten Menschen einen enorm hohen Stellenwert, deshalb sei es ihm wichtig, jede Stelle wirklich zu verstehen und die Aufgaben sowie die Rahmenbedingungen ehrlich an die Bewerber weiterzugeben. Gleichzeitig wisse er, wie groß der Druck in den Unternehmen sei, Ansprechpartner hätten oft wenig Zeit und müssten trotzdem Ergebnisse liefern. Genau darin sehe er seine Aufgabe, die Interessen aller Beteiligten zusammenzubringen und Lösungen zu schaffen, die langfristig funktionieren.
Trends und Zukunft der Branche
Am Thema Künstliche Intelligenz kommt laut Hüsers heute niemand mehr vorbei. Er nutzt sie ebenfalls und sieht großes Potenzial, gerade bei administrativen Aufgaben.
Dennoch ist er überzeugt, dass der Mensch im Personalgeschäft auch in Zukunft den entscheidenden Unterschied machen wird.
Rat für Unternehmen beim ersten Schritt in Richtung Zeitarbeit
Unternehmen, die erstmals über externe Personalunterstützung nachdenken, sollten einen Personaldienstleister laut Hüsers nicht nur als Lieferanten oder kurzfristige Lösung sehen, sondern als Partner. Je offener über Anforderungen, Herausforderungen und Erwartungen gesprochen werde, desto besser könne der Dienstleister unterstützen.
Genauso wichtig sei aus seiner Sicht die Akzeptanz im eigenen Unternehmen. Zeitarbeitnehmer sollten vom ersten Tag an als Teil des Teams wahrgenommen und entsprechend aufgenommen werden. Eine gute Einarbeitung, ein wertschätzender Umgang und klare Ansprechpartner sorgten nicht nur für eine höhere Motivation, sondern auch dafür, dass Mitarbeiter langfristig blieben.
Wer Menschen Wertschätzung entgegenbringe, werde auch langfristig erfolgreicher Mitarbeiter gewinnen und binden.









