Authentische Sichtbarkeit ist für viele Coaches, Beraterinnen und Soloselbstständige zu einem zentralen Erfolgsfaktor geworden, gerade weil Social Media zunehmend von generischem und KI-erzeugtem Content geprägt ist. Wie sich echte Präsenz von reiner Performance unterscheidet, warum viele Selbstständige trotz Reichweite keine Buchungen bekommen, und wie sich innere Klarheit strategisch in Marketing übersetzen lässt, beantwortet Victoria Bobula, Gründerin von SpiritFlow.Media, im folgenden Interview. Das Gespräch richtet sich an Coaches, Dienstleister:innen und Soloselbstständige, die ihre Positionierung auf Social Media schärfen wollen, ohne sich dabei zu verstellen oder in reine Selbstdarstellung zu verfallen.
Über die Interviewpartnerin
Victoria Bobula hat Philosophie, Kommunikation (Bachelor of Arts) und Journalismus (Master of Arts) studiert und bringt aus dieser Kombination ein besonderes Gespür für Sprache, Haltung und Wirkung mit. Mit SpiritFlow.Media begleitet sie bewusste Coaches, Dienstleister:innen und Soloselbstständige dabei, sich auf Social Media sichtbar zu machen, und zwar mit einer klaren, persönlichen Botschaft statt lauter Selbstdarstellung.
Ihr Ansatz verbindet strategisches Marketing mit psychologischen Methoden wie Energiearbeit und NLP im 1:1 Mentoring. Statt ihre Kund:innen in ein starres System zu pressen, arbeitet sie an dem, was bereits an Substanz vorhanden ist, und macht es für die Zielgruppe greifbar. Ihr erklärtes Ziel: Menschen, die viel zu geben haben, aber bislang nicht ausreichend wahrgenommen werden, in eine tragfähige, authentische Sichtbarkeit zu begleiten.
Das Interview
Frage 1: Du hilfst Coaches und Soloselbstständigen dabei, aus Sichtbarkeit echte Anfragen zu machen. Was unterscheidet Deinen Ansatz von klassischer Social-Media-Beratung?
Victoria Bobula: Ich arbeite ganzheitlich. Das heißt, ich schaue mir an, was inhaltlich und persönlich in einer Person steckt, welche Botschaft sie eigentlich trägt, und helfe dabei, genau das für andere sichtbar zu machen. Dabei geht es immer um das Zusammenspiel von Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Social Media wird bei mir nicht nur zur Reichweitenmaschine, sondern auch genutzt, um innere Blockaden zu lösen und eine klarere berufliche Identität zu entwickeln.
Der Unterschied zu klassischer Social-Media-Beratung liegt im Ziel: Ich arbeite nicht am nächsten Hook oder am nächsten Post, sondern an einem langfristigen, nachhaltigen Magnetismus, der Sichtbarkeit mit Leichtigkeit ermöglicht, auch ohne dass danach dauerhaft ein weiterer Marketing-Coach oder eine Agentur nötig ist.
Frage 2: Viele zeigen sich online, bekommen Likes, aber keine Buchungen. Woran liegt das aus Deiner Erfahrung am häufigsten?
Victoria Bobula: Das häufigste Problem ist, dass viele posten, ohne wirklich zu wissen, wofür sie stehen. Dadurch wirken die Beiträge generisch und austauschbar, ein Effekt, den ich auch bei vielen KI-unterstützten Postings sehe. Hinzu kommt ein fehlendes Zielgruppenverständnis: Was mache ich eigentlich, für wen, und warum? Je greifbarer diese Fragen beantwortet werden, desto eher kann das Gegenüber die Person einordnen und sich an sie erinnern.
Gerade in Zeiten von Künstlicher Intelligenz wird das Menschliche auf Social Media wichtiger denn je. Menschen kaufen von Menschen, und man spürt sehr genau, ob sich jemand hinter Fachbegriffen versteckt oder wirklich mit Haltung und Energie hinter den eigenen Worten steht.
Frage 3: Du verbindest innere Klarheit mit strategischer Positionierung. Wie sieht das in der praktischen Arbeit mit Deinen Kund:innen konkret aus?
Victoria Bobula: Ich arbeite individuell im 1:1 Mentoring und mache dabei die blinden Flecken sichtbar, also die Blockaden, warum es bislang nicht funktioniert hat. Viele meiner Kund:innen sind fachlich sehr kompetent und bereits auf Social Media aktiv, zeigen sich dabei aber zu generisch und verstecken sich hinter Tipps und Tricks, statt wirklich sich selbst zu zeigen.
Deshalb arbeite ich zunächst am Menschen selbst: Was ist bereits da, wie wirkt es, was zeigt sich in unseren Gesprächen? Mit Methoden aus Energiearbeit und NLP lösen wir zunächst dieses innere Wirrwarr auf. Danach geht es darum, die neue berufliche Identität und die eigene Geschichte klar zu formulieren und sichtbar zu machen. Social Media ist für mich dabei nur ein Werkzeug, um das eigene Licht nach außen zu tragen, daher auch der Name SpiritFlow.Media.
Frage 4: Was ist der größte Irrtum, den Selbstständige über Sichtbarkeit auf Social Media haben?
Victoria Bobula: Der Irrtum, dass es nur ums Posten und ums Kundengewinnen geht. Natürlich gehört beides dazu, aber Sichtbarkeit beginnt zuerst bei einem selbst, also wie man sich zeigt, wie man über sich spricht und wie man mit anderen umgeht. Es geht um Präsenz, Energie und echte Verbindung, und genau daran mangelt es oft.
Social Media ist von Beginn an ein Vertrauenskanal, kein reiner Verkaufskanal. Anders als bei einer gezielten Google-Suche geht es hier um Vertrauen, Verbindung und Inspiration. Häufig weiß ein Kunde noch gar nicht, dass er ein Angebot braucht, folgt aber jemandem, weil ein Beitrag im Kopf hängen geblieben ist. All diese Signale zahlen bewusst oder unbewusst auf ein Vertrauenskonto ein, und Vertrauen ist heute eines der wichtigsten Kaufmotive überhaupt.
Frage 5: Du sprichst von Präsenz statt Performance. Wie erkennt jemand, ob er gerade performt oder wirklich wirkt?
Victoria Bobula: Performance zeigt sich oft an hohen Aufrufzahlen und vielen Kommentaren, die teilweise künstlich erzeugt werden, etwa durch automatisierte Kommentare oder KI-Unterstützung. Plattformen wie LinkedIn und Instagram erkennen solche Muster inzwischen zunehmend und schränken entsprechende Konten ein, selbst wenn die Reichweite hoch war. Das ist ein klares Zeichen, dass der Content zu generisch und austauschbar war.
Präsenz dagegen zeigt sich, wenn jemand wirklich in Verbindung mit der eigenen Zielgruppe tritt, diese sich angesprochen fühlt und klar formulieren kann, wofür sie steht, nicht um zu polarisieren, sondern um sich zu zeigen. Das wirkt energetisch und zieht Menschen an, die wirklich interessiert sind, nicht nur schnelle Reaktionen wie ein Like oder Herz.
Frage 6: Was rätst Du einer Person, die sich gerade erst selbstständig gemacht hat und noch unsicher ist, wie sie sich zeigen soll?
Victoria Bobula: Sich zunächst klarzumachen, wofür man eigentlich losgegangen ist und welche Werte man vertritt, und das dann nach außen zu bringen. Schon der erste Schritt, über die eigene Vision und das eigene Warum zu sprechen und klar zu benennen, wofür man steht und wofür nicht, verändert viel.
Am besten klärt man das zunächst für sich selbst und zeigt es dann in einem Video oder Beitrag. In der Regel merkt man schnell, wie viele Menschen genau danach suchen, denn niemand vermittelt die eigene Botschaft so wie man selbst.
Zentrale Erkenntnisse aus dem Interview
Aus dem Gespräch mit Victoria Bobula lassen sich vier Kernaussagen herausarbeiten, die für die Positionierung von Coaches, Dienstleister:innen und Soloselbstständigen auf Social Media unmittelbar handlungsleitend sind.
- Sichtbarkeit beginnt innen: Klarheit über die eigenen Werte und die eigene Botschaft ist Voraussetzung, nicht Ergebnis, guter Social-Media-Kommunikation.
- Generischer Content bleibt wirkungslos: Ohne klares Zielgruppenverständnis wirken Beiträge austauschbar, unabhängig davon, ob sie von Menschen oder KI erstellt wurden.
- Präsenz schlägt Performance: Hohe Reichweite ohne echte Verbindung führt selten zu Buchungen und wird von Plattformen zunehmend erkannt und eingeschränkt.
- Social Media ist Vertrauenskanal: Kaufentscheidungen entstehen über Zeit und über wiederholte, glaubwürdige Signale, nicht über einzelne Verkaufsbotschaften.
„Du musst nicht laut sein, du musst stimmig sein.“ Dieser Satz aus dem Interview bringt die Kernidee auf den Punkt: Wirkung entsteht nicht durch Lautstärke, sondern durch die Übereinstimmung von innerer Haltung und äußerer Kommunikation.
Kontext: Authentische Sichtbarkeit im New-Work-Umfeld
Für Soloselbstständige und kleine Beratungsunternehmen ist die eigene Person zugleich Marke und wichtigstes Vertrauenssignal. In einem Arbeitsumfeld, das zunehmend von eigenverantwortlicher, ortsunabhängiger und selbstbestimmter Tätigkeit geprägt ist, wird die Fähigkeit, die eigene berufliche Identität glaubwürdig zu kommunizieren, zu einer zentralen unternehmerischen Kompetenz. Das betrifft nicht nur Einzelunternehmer:innen, sondern zunehmend auch Fachkräfte innerhalb von Unternehmen, deren persönliche Sichtbarkeit auf Plattformen wie LinkedIn zum Teil der Arbeitgebermarke wird.
Die im Interview beschriebene Unterscheidung zwischen Performance und Präsenz lässt sich auch auf interne Kommunikation und Führungskommunikation übertragen: Auch dort verlieren rein auf Kennzahlen optimierte Botschaften an Wirkung, wenn die zugrunde liegende Haltung nicht stimmig erlebt wird.
Typische Stolperfallen bei der Positionierung auf Social Media
- Die eigene Botschaft wird bewusst vage gehalten, aus Angst, potenzielle Kund:innen auszuschließen, was am Ende zu einer schwammigen, wenig anziehenden Kommunikation führt.
- Angebote werden aus der eigenen fachlichen Perspektive beschrieben (Methode, Tool, Zertifikat), statt aus der Perspektive der Zielgruppe und ihrer tatsächlichen Fragen und Bedürfnisse.
- Erfolg wird an oberflächlichen Kennzahlen wie Reichweite oder Kommentarzahl gemessen, obwohl diese durch automatisierte Interaktionen verzerrt sein können.
- Persönliche Werte und die eigene berufliche Geschichte werden nicht klar kommuniziert, wodurch die Kommunikation austauschbar bleibt.
- Content wird ausschließlich mit KI-Unterstützung erstellt, ohne persönlichen Feinschliff, wodurch die Botschaft an Wirkung verliert.
Praxisbox: In vier Schritten zu mehr authentischer Sichtbarkeit
- Werte klären: Wofür stehe ich, und wofür stehe ich bewusst nicht?
- Zielgruppe konkretisieren: Wer genau soll angesprochen werden, und welche Fragen und Bedürfnisse hat diese Person tatsächlich?
- Botschaft greifbar formulieren: Die eigene Expertise in eine klare, verständliche Sprache übersetzen statt in Fachbegriffe oder Methodennamen zu verpacken.
- Regelmäßig, aber stimmig zeigen: Kontinuierlich sichtbar sein, ohne sich dabei zu verstellen oder ausschließlich auf Reichweite zu optimieren.
Was Unternehmer:innen aus dem Interview mitnehmen sollten
Für Geschäftsführung und Marketingverantwortliche, auch jenseits reiner Solo-Positionierung, lassen sich aus dem Gespräch zwei strategische Linien ableiten. Erstens: Reichweite allein ist kein verlässlicher Indikator für Wirkung, insbesondere seitdem automatisierte Interaktionen und KI-generierter Content zunehmen. Zweitens: Eine klare, wertebasierte Positionierung erleichtert nicht nur die externe Kommunikation, sondern auch interne Entscheidungen, etwa bei der Auswahl von Kooperationen, Angeboten oder neuen Mitarbeitenden, deren persönliche Kommunikation zunehmend auf die Unternehmensmarke einzahlt.
Über SpiritFlow.Media
SpiritFlow.Media ist auf 1:1 Mentoring für Coaches, Dienstleister:innen und Soloselbstständige spezialisiert, die ihre Sichtbarkeit auf Social Media authentisch und nachhaltig aufbauen möchten. Der Ansatz von Victoria Bobula verbindet strategisches Marketing mit psychologischen Methoden wie Energiearbeit und NLP und richtet sich an Menschen, die fachlich bereits viel zu geben haben, bislang aber nicht ausreichend sichtbar sind.
FAQ
Für wen eignet sich der Ansatz von SpiritFlow.Media?
Der Ansatz richtet sich insbesondere an Coaches, Dienstleister:innen und Soloselbstständige, die bereits fachliche Kompetenz mitbringen, sich auf Social Media bislang aber zu generisch oder unsicher zeigen.
Was unterscheidet Präsenz von Performance auf Social Media?
Performance zeigt sich an oberflächlichen Kennzahlen wie Reichweite oder Kommentarzahl, die teils künstlich erzeugt werden. Präsenz entsteht durch echte Verbindung mit der Zielgruppe und eine klar kommunizierte, stimmige Botschaft.
Warum bringen viele Social-Media-Beiträge trotz Reichweite keine Buchungen?
Häufig fehlt ein klares Zielgruppenverständnis, wodurch Beiträge generisch wirken. Ohne erkennbare, persönliche Botschaft bleibt die Kommunikation austauschbar und schafft kein ausreichendes Vertrauen für eine Buchungsentscheidung.
Wie arbeitet Victoria Bobula konkret im 1:1 Mentoring?
Sie arbeitet an inneren Blockaden mit Methoden wie Energiearbeit und NLP und entwickelt gemeinsam mit den Kund:innen eine klare berufliche Identität, die anschließend strategisch auf Social Media sichtbar gemacht wird.
Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in ihrer Arbeit?
KI wird unterstützend eingesetzt, etwa zur Recherche, Ideensammlung oder Strukturierung von Abläufen, jedoch stets mit persönlichem, authentischem Feinschliff und der bewussten Entscheidung, was tatsächlich zur eigenen Botschaft passt.
Hinweis: Dieser Beitrag ist ein redaktionelles Interview im Rahmen unseres Formats für Unternehmer:innen und Expert:innen aus dem Netzwerk der Redaktion. Er gibt die persönlichen Einschätzungen der Interviewpartnerin wieder und stellt keine allgemeingültige Marketing- oder Rechtsberatung dar.
Interview von Jörg Maire
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