Gruppe von Auszubildenden arbeitet gemeinsam an einem Werkstück

PISA-Schock: DIHK warnt vor Folgen für die duale Ausbildung

Die Ergebnisse der neuen PISA-Studie zeigen einen weiteren Tiefstand der Schülerleistungen in Deutschland. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht darin das Spiegelbild dessen, was viele Ausbildungsbetriebe längst erleben. „Die Ergebnisse sind ein Schock. Nach dem massiven Einbruch von 2022 setzt sich der negative Trend fort, besonders besorgniserregend ist das Fehlen von Basiskompetenzen“, sagt DIHK-Ausbildungsexperte Nico Schönefeldt.

Vier von zehn Betrieben melden Defizite in Mathe und Deutsch

Wie groß die Lücke in der Praxis ist, zeigt laut DIHK die aktuelle Ausbildungsumfrage des Verbands: Vier von zehn Ausbildungsbetrieben beklagen Defizite ihrer Azubis in Mathematik, wirtschaftlichem Grundwissen oder Deutsch. Häufige Lücken in den Naturwissenschaften bemängelt jeder vierte Betrieb, in Englisch jeder fünfte.

Betriebe reagieren mit Nachhilfe und persönlicher Begleitung

Dennoch geben laut DIHK immer mehr Unternehmen jungen Menschen mit Startschwierigkeiten eine Chance. Sie unterstützen sie vor allem mit Nachhilfeangeboten, gezielter MINT-Förderung und einer engen fachlichen wie persönlichen Begleitung im Betrieb.

DIHK: Betriebe dürfen nicht zum „Reparaturbetrieb“ werden

Schönefeldt macht aber deutlich, wo die Grenze der betrieblichen Unterstützung liegt: „Unsere Ausbildungsbetriebe dürfen jedoch nicht zum Reparaturbetrieb einer verfehlten Bildungspolitik werden. Sie können nicht ausgleichen, was in den Klassenzimmern versäumt wurde.“ Die Politik müsse jetzt für eine solide Ausbildungsreife sorgen, dazu zählten schulische Basiskenntnisse wie Lesen, Schreiben und Rechnen ebenso wie die für die Berufswahl wichtige Berufswahlreife.