Resilienz im Arbeitsalltag stärken: Interview mit Beate Müller-Seitz

Resilienz im Arbeitsalltag wird in vielen Unternehmen erst dann zum Thema, wenn Mitarbeitende oder Führungskräfte bereits erschöpft sind, statt frühzeitig auf Warnsignale zu achten. Beate Müller-Seitz kennt diesen Moment aus zwei Perspektiven: Nach mehr als neun Jahren als Senior Teamleiterin in der Werbebranche vollzog sie 2018 einen beruflichen Neuanfang und arbeitet seither als Gesundheitsberaterin und Energetikerin unter dem Namen Insel der Energie. Im Gespräch mit newworkpraxis.de erklärt sie, welche körperlichen und mentalen Signale auf eine überschrittene Belastungsgrenze hindeuten, warum Intuition im Berufsalltag systematisch trainierbar ist und wo persönliche Selbstfürsorge endet und professionelle medizinische oder psychotherapeutische Unterstützung beginnen muss. Das Interview richtet sich an Führungskräfte, Personalverantwortliche und alle, die Resilienz im Arbeitsalltag nicht nur als Schlagwort, sondern als konkrete Praxis verstehen möchten.

Hinweis: Dieses Interview gibt die persönliche Erfahrung und Herangehensweise von Beate Müller-Seitz wieder. Es stellt keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung dar und ersetzt nicht die Abklärung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine Psychotherapeutin beziehungsweise einen Psychotherapeuten. Bei anhaltenden körperlichen oder psychischen Beschwerden sollte in jedem Fall fachlicher Rat eingeholt werden.

Zur Person: Beate Müller-Seitz

Beate Müller-Seitz lebt und arbeitet im Saarland, im Raum Saarbrücken. Bevor sie sich 2018 selbstständig machte, war sie fast zehn Jahre lang als Senior Teamleiterin bei einem Werbemittelunternehmen tätig, dort verantwortlich für mehrere Kundenbereiche sowie für Mitarbeiterentwicklung. Seit 2018 arbeitet sie freiberuflich als Gesundheitsberaterin unter dem Namen Insel der Energie und begleitet Menschen mit einem ganzheitlichen Ansatz, der körperliche, mentale und energetische Methoden verbindet. Zu ihren Ausbildungen zählen unter anderem eine Reiki-Ausbildung, die von ihr entwickelte Spezialisierung auf Atlaskorrektur mit Klangcodes sowie eine Weiterbildung zum Hypnose-Coach an der Akademie Alexander Hartmann. Mit rund 20 Jahren Erfahrung in ganzheitlichen Methoden beschreibt sie ihren eigenen beruflichen Wendepunkt als bewusste Entscheidung, die Passion zum Beruf zu machen, nachdem persönliche Herausforderungen sie immer wieder mit den Grenzen klassischer Erklärungsmodelle konfrontiert hatten. Neben Einzelbegleitungen bietet sie auch Gruppenformate und Online-Sitzungen an, da sich einige ihrer energetischen Methoden nach eigener Aussage orts- und zeitunabhängig durchführen lassen.

Vom Konferenzraum zur Selbstständigkeit: Ein beruflicher Wendepunkt

Was hat Sie dazu bewogen, nach fast zehn Jahren im Angestelltenverhältnis den Schritt in die Selbstständigkeit als Gesundheitsberaterin zu wagen?

Meine Auseinandersetzung mit ganzheitlicher Gesundheit begann schon deutlich früher, mit eigenen gesundheitlichen Herausforderungen in der Jugend, die mich dazu gebracht haben, mich intensiv mit alternativen Ansätzen zu beschäftigen. Über viele Jahre habe ich Methoden zunächst für mich selbst getestet, bevor ich sie später beruflich angeboten habe. 2018 kam für mich der Punkt, an dem ich einige wichtige Dinge in meinem Leben bewusst verändern wollte. Diese Entscheidung war rückblickend eine der klügsten in meinem Leben, weil ich seitdem meine eigentliche Passion zum Beruf machen konnte.

„Live happens, und so habe ich mich 2018 entschieden, ein paar wichtige Dinge auf den Kopf zu stellen. Das war eine der klügsten Entscheidungen meines Lebens.“

Körper, Geist und Seele im Berufsalltag: Warum Resilienz mehr ist als Stressmanagement

Sie sprechen oft davon, Körper, Geist und Seele wieder in Einklang zu bringen. Was bedeutet das konkret für Menschen im beruflichen Alltag?

Für mich sind diese drei Bereiche kein Nebeneinander, sondern eine Einheit, der gleichermaßen Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Der Körper sendet fortlaufend Signale, sobald etwas aus dem Gleichgewicht gerät, im Berufsalltag häufig durch Verspannungen, Schlafprobleme oder anhaltende Erschöpfung. Der Geist braucht Klarheit und innere Ruhe, die sich beispielsweise durch bewusste Abgrenzung, Atemübungen oder kurze Meditationsphasen fördern lässt. Und was ich als die Ebene der Seele bezeichne, betrifft die Frage, ob jemand in seiner Tätigkeit tatsächlich Sinn und Freude findet. Resilienz im Arbeitsalltag entsteht aus meiner Erfahrung genau an der Schnittstelle dieser drei Ebenen und nicht durch isolierte Stressbewältigungstechniken allein.

Individuelle Zugänge statt Standardprogramme

Viele Unternehmen setzen bei Resilienzförderung auf standardisierte Programme, etwa ein einheitliches Achtsamkeitstraining für alle Mitarbeitenden. Wie stehen Sie dazu?

Bevor ich mit jemandem an einem Thema arbeite, höre ich mir immer zuerst die individuelle Geschichte an: Was ist passiert, seit wann bestehen die Beschwerden, was wurde bereits mit welchem Ergebnis unternommen. Erst durch dieses intensive Gespräch lässt sich einschätzen, welcher Ansatz tatsächlich passt. Übertragen auf Unternehmen bedeutet das aus meiner Sicht, dass ein einzelnes standardisiertes Programm selten für alle Mitarbeitenden gleich gut funktioniert. Menschen unterscheiden sich stark in ihren Belastungsmustern, ihrer Vorgeschichte und ihren Ressourcen, und Resilienz im Arbeitsalltag lässt sich deshalb kaum in ein einheitliches Modul pressen. Sinnvoller erscheint mir ein Rahmenangebot, das unterschiedliche Zugänge ermöglicht, statt allen Beteiligten denselben Weg vorzugeben.

Das gilt insbesondere dann, wenn mehrere Themen gleichzeitig zusammenhängen, etwa Stress, ein bestimmtes Denkmuster und körperliche Beschwerden. Aus meiner Erfahrung lassen sich solche verwobenen Themen selten in einem einzelnen Wochenendseminar auflösen. Personalverantwortliche, die Resilienzförderung ernst nehmen, sollten deshalb genügend Zeit und individuelle Begleitungsformate einplanen, statt ausschließlich auf kurze, einmalige Maßnahmen zu setzen. Ein einzelner Workshop kann sensibilisieren, echte Veränderung entsteht aus meiner Erfahrung aber erst über einen längeren, begleiteten Zeitraum von mehreren Wochen.

Frühwarnsignale erkennen: Woran merkt man, dass eine Grenze erreicht ist

Mit welchen Anliegen kommen die meisten Menschen zu Ihnen, und was sind typische Frühwarnsignale, die im Arbeitsalltag oft übersehen werden?

Sehr häufig kommen Menschen zu mir, die bereits einiges ausprobiert haben, ohne dass sich etwas nachhaltig verändert hat. Typisch sind anhaltende Müdigkeit und Energielosigkeit, die im Arbeitsalltag zunächst als normale berufliche Belastung abgetan werden, obwohl sie über Wochen oder Monate anhalten. Ebenso häufig sind wiederkehrende körperliche Beschwerden wie Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, die eng mit chronischem Stress zusammenhängen können. Entscheidend ist, dass solche Signale ernst genommen werden, statt sie so lange zu ignorieren, bis eine ernsthafte Erschöpfung oder ein gesundheitlicher Zusammenbruch die Konsequenz ist.

Mögliches SignalHäufig übersehen alsSinnvolle erste Reaktion
Anhaltende Erschöpfung trotz ausreichend SchlafNormale ArbeitsbelastungBelastungssituation aktiv reflektieren, ggf. ärztlich abklären lassen
Wiederkehrende Nacken- und SchulterverspannungenHaltungsproblem am SchreibtischZusammenhang mit Stressphasen beobachten, Pausen strukturieren
Konzentrationsprobleme in MeetingsZeitweise UnaufmerksamkeitErholungszeiten und mentale Auslastung überprüfen
Zunehmende innere Distanz zur eigenen AufgabeVorübergehende MotivationsschwächeSinnfrage und Rahmenbedingungen der Tätigkeit reflektieren

Diese Übersicht ersetzt keine individuelle Einschätzung, sie soll lediglich für Muster sensibilisieren, die im hektischen Berufsalltag leicht untergehen. Gerade die Kombination mehrerer solcher Signale über einen längeren Zeitraum ist aus meiner Erfahrung aussagekräftiger als ein einzelnes, isoliert betrachtetes Symptom.

Die Rolle der Intuition bei der Stärkung der Resilienz

Sie betonen die Bedeutung der Intuition. Wie lässt sich diese im Berufsalltag konkret stärken?

Die meisten Menschen haben verlernt, auf ihre innere Stimme zu hören, weil Impulse im Tagesgeschäft schnell weggewischt werden. Ein kurzes, tägliches Innehalten, das nicht lange dauern muss, kann bereits viel bewirken. Auch Achtsamkeit gegenüber den eigenen Reaktionen hilft dabei, wieder sicherer im Umgang mit dem eigenen Bauchgefühl zu werden. Wer regelmäßig überprüft, welche Aufgaben oder Situationen ihm tatsächlich Energie geben und welche Energie kosten, entwickelt über die Zeit ein feineres Gespür für die eigenen Grenzen. Das ist aus meiner Sicht ein zentraler Baustein von Resilienz im Arbeitsalltag, weil er präventiv wirkt, statt erst bei akuter Überlastung anzusetzen.

Wo persönliche Methoden enden und professionelle Unterstützung beginnt

Wo liegen aus Ihrer Sicht die Grenzen energetischer und ganzheitlicher Methoden, und wann sollten Betroffene zusätzlich ärztliche oder therapeutische Hilfe suchen?

Beschwerden mit unklarer Ursache sollten immer ärztlich abgeklärt werden, ebenso akute Erkrankungen. Bei psychischen Erkrankungen ist eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung grundsätzlich unverzichtbar. Viele ganzheitliche Methoden können unterstützend und begleitend wirken, sie ersetzen aber keine notwendige medizinische Behandlung. Da jede Methode individuell unterschiedlich wirkt, kann und sollte hier auch niemand feste Versprechen abgeben. Wer beruflich mit Menschen unter Belastung arbeitet, etwa als Führungskraft oder in der Personalverantwortung, sollte diese Grenze klar kennen und im Zweifel immer zu professioneller Unterstützung raten.

Nach meiner Erfahrung kommen zu mir überwiegend Menschen, die bereits einen längeren Weg mit unterschiedlichen Ansätzen hinter sich haben und bewusst nach einer Ergänzung suchen, nicht nach einem Ersatz für notwendige medizinische Versorgung. Diese Unterscheidung ist mir persönlich wichtig, weil sie verhindert, dass falsche Erwartungen entstehen. Wer mit einer akuten oder unklaren Beschwerde zu mir käme, würde von mir zunächst an eine ärztliche Abklärung verwiesen, bevor über eine begleitende energetische Arbeit überhaupt gesprochen wird. Diese klare Reihenfolge halte ich für unverzichtbar, gerade weil ganzheitliche Ansätze in der öffentlichen Wahrnehmung manchmal fälschlich als Alternative statt als Ergänzung missverstanden werden.

Was Führungskräfte für die Resilienz im Team konkret tun können

Was können Führungskräfte konkret tun, um Resilienz im Arbeitsalltag nicht nur bei sich selbst, sondern auch im Team zu fördern?

Der erste Schritt ist, überhaupt ein Bewusstsein für die eigenen Warnsignale zu entwickeln, denn wer die eigenen Grenzen nicht kennt, kann sie bei anderen kaum erkennen. Führungskräfte, die selbst regelmäßig kurze Innehalte-Momente in ihren Alltag integrieren, schaffen zudem eine Art stille Erlaubnis für das Team, es ihnen gleichzutun. Ebenso wichtig ist es, im Teamalltag Raum für offene Rückmeldungen zu schaffen, ohne dass Erschöpfung oder Überlastung als Schwäche interpretiert werden. Aus meiner Erfahrung mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen aus meiner Zeit als Teamleiterin weiß ich, wie sehr eine Unternehmenskultur, in der Belastungsgrenzen offen angesprochen werden dürfen, den Unterschied macht, oft schon lange bevor es zu einem gesundheitlichen Ausfall kommt.

Konkret hilfreich sind aus meiner Sicht regelmäßige, kurze Check-ins im Team, in denen es nicht nur um Projektstatus, sondern auch um das allgemeine Befinden geht, sowie eine klare Haltung der Führungskraft, dass das frühzeitige Ansprechen von Belastung erwünscht und nicht sanktioniert wird. Resilienz im Arbeitsalltag entsteht damit weniger durch ein einzelnes Programm als durch viele kleine, konsistente Signale im täglichen Miteinander.

Praktischer Impuls für den Arbeitsalltag

Welche einfache Übung können Berufstätige in ihren Alltag integrieren, um wieder stärker auf Körpersignale zu achten?

Ein kurzes, bewusstes Innehalten einmal täglich reicht bereits aus, um die eigene Wahrnehmung zu schärfen. Dabei geht es darum, kurz zu spüren, wie es dem eigenen Körper und der eigenen Stimmung tatsächlich geht, statt direkt zur nächsten Aufgabe zu springen. Diese Praxis lässt sich problemlos in wenigen Minuten zwischen zwei Terminen einbauen und erfordert keine Vorkenntnisse. Wichtig ist aus meiner Sicht vor allem die Regelmäßigkeit, nicht die Dauer der einzelnen Übung. Wer diese kurzen Momente über mehrere Wochen konsequent einhält, entwickelt in aller Regel ein deutlich feineres Gespür dafür, wann eine Pause tatsächlich notwendig ist, statt sie erst dann einzulegen, wenn keine Energie mehr übrig ist.

  • Feste, kurze Innehalte-Momente im Tagesablauf einplanen, etwa vor oder nach Meetings.
  • Regelmäßig reflektieren, welche Aufgaben Energie geben und welche Energie kosten.
  • Körperliche Signale wie Verspannungen oder Erschöpfung dokumentieren, statt sie zu ignorieren.
  • Bei anhaltenden oder unklaren Beschwerden frühzeitig ärztlichen oder therapeutischen Rat einholen.
  • Grenzen im Arbeitsalltag aktiv formulieren, statt sie erst bei Überlastung sichtbar werden zu lassen.

FAQ

Was versteht Beate Müller-Seitz unter Resilienz im Arbeitsalltag?

Sie versteht darunter das Zusammenspiel von körperlicher, mentaler und sinnbezogener Ebene, nicht nur isolierte Stressbewältigungstechniken. Erst wenn alle drei Ebenen berücksichtigt werden, entsteht aus ihrer Sicht belastbare Resilienz.

Ersetzen energetische Methoden eine ärztliche Behandlung?

Nein. Beate Müller-Seitz betont ausdrücklich, dass Beschwerden mit unklarer Ursache, akute Erkrankungen und psychische Erkrankungen immer ärztlich beziehungsweise psychotherapeutisch abgeklärt werden sollten. Ganzheitliche Methoden können begleitend wirken, ersetzen aber keine notwendige Behandlung.

Wie lässt sich Intuition im Berufsalltag trainieren?

Durch kurze, regelmäßige Momente des Innehaltens und durch Achtsamkeit gegenüber den eigenen Reaktionen. Wer beobachtet, welche Aufgaben Energie geben oder kosten, entwickelt über die Zeit ein feineres Gespür für die eigene Belastungsgrenze.

Welchen beruflichen Hintergrund hat Beate Müller-Seitz?

Vor ihrer Selbstständigkeit war sie fast zehn Jahre als Senior Teamleiterin in einem Werbemittelunternehmen tätig, unter anderem verantwortlich für Mitarbeiterentwicklung. 2018 wechselte sie in die Selbstständigkeit als Gesundheitsberaterin unter dem Namen Insel der Energie.

Für wen ist das Thema Resilienz im Arbeitsalltag laut Beate Müller-Seitz besonders relevant?

Aus ihrer Erfahrung profitieren insbesondere Menschen, die bereits mehrere Ansätze ohne nachhaltigen Erfolg ausprobiert haben, sowie Führungskräfte und Personalverantwortliche, die Frühwarnsignale bei sich selbst und im Team frühzeitig erkennen möchten.

Empfiehlt Beate Müller-Seitz standardisierte Resilienzprogramme für Unternehmen?

Nicht uneingeschränkt. Sie plädiert dafür, individuelle Zugänge zu ermöglichen, da sich Belastungsmuster und Ressourcen von Mitarbeitenden stark unterscheiden und ein einzelnes standardisiertes Programm selten für alle gleich gut geeignet ist.

Zur Person A

Beate Müller-Seitz ist Gesundheitsberaterin und Energetikerin bei Insel der Energie im Saarland.

Zur Person B

Beate Müller-Seitz ist Gesundheitsberaterin und Energetikerin und arbeitet seit 2018 selbstständig unter dem Namen Insel der Energie im Saarland, im Raum Saarbrücken. Mit rund 20 Jahren Erfahrung in ganzheitlichen Methoden hat sie sich auf die Atlaskorrektur mit Klangcodes spezialisiert. Ergänzend bietet sie unter anderem Reiki-Sitzungen, geistige Wirbelsäulenaufrichtung, Traumaauflösung, das Lösen von Glaubenssätzen und Blockaden sowie die Metamorphische Methode an, viele Angebote auch online. Ihre Ausbildungen umfassen eine Reiki-Ausbildung seit 2001 sowie eine Weiterbildung zum Hypnose-Coach an der Akademie Alexander Hartmann.

Kontakt: Website: www.insel-der-energie.de
E-Mail: info@insel-der-energie.de
Standort: Saarland, Raum Saarbrücken

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